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Die
wilden Reiter von Ciutadella

 

Sant Joan, Die WeltWenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, "Sant Joan". Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern. Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, "Sant Joan". Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern. Eigentlich ist Menorca eine beschauliche Ferieninsel. Vor allem Familien mit kleinen Kindern machen hier an den seichten Stränden mit glasklarem Wasser Urlaub. Verglichen mit dem fünfmal größeren Mallorca ist Menorca eine Schönheit vom Lande. Abseits der Küste lässt es sich herrlich wandern und radeln. Knallroter Klatschmohn leuchtet vor weiß gekalkten Landgütern, hinter Bruchsteinmauern weiden Kühe oder die schwarzen Menorquiner-Pferde, die bei vielen der sommerlichen Patronatsfeste eine Hauptrolle spielen, so auch bei den "Festes de Sant Joan“ in Ciutadella. Zwei Städte hat die Insel Menorca, je eine am äußersten westlichen und eine am äußersten östlichen Punkt. Jahrhunderte lang rivalisierten die beiden Orte miteinander, hatte doch Mahón, von den Einheimischen Maó genant, 1722 dem altehrwürdigen Ciutadella die Hauptstadtwürde abgerungen. Manches kommt einem in Ciutadella "spanischer“ vor als in Mahón mit seinem britischen Flair. Einmal im Jahr erwacht Ciutadelle aus seiner würdevollen Trägheit Rund um die mächtige Kathedrale bummelt man durch enge Gassen unter schattigen Arkaden, passiert noble Adelspaläste, und die prächtige Fischhalle aus dem 18. Jahrhundert. Einmal im Jahr jedoch, wenn der Sommer beginnt, erwacht Ciutadella aus seiner würdevollen Trägheit. Schon am Wochenende vor dem Namenstag des Heiligen beginnt die Fiesta, die nach einer genau festgelegten Choreographie gefeiert wird. Die wichtigsten Protagonisten der Feierlichkeiten sind die Vertreter verschiedener Stände, die in traditionelle Kostüme gekleidet sind. In der Nacht zum Sonntag vor dem 24. Juni wird ein einjähriger Schafsbock sauber shampooniert, gekämmt, geschmückt und die ganze Nacht von auserwählten Betreuern bewacht. Punkt neun Uhr am Sonntagmorgen, wenn die Altstadt bereits vor Menschen überquillt, erfolgt der "primer toc“, der erste Ton eines Flötenspielers. Den Rest der von einer Trommel begleiteten schlichten Melodie ist kaum noch zu vernehmen, da die Menge der Zuhörer in laute Begeisterungsschreie ausbricht. Die Honoratioren sammeln sich hinter dem Schaf, das als Symbol Johannes des Täufers gilt. Das Tier wird nun von einem selbst in Felle gekleideten, eigens dazu ausgewählten Träger auf die Schulter genommen, der mit seiner frommen Fracht rund einhundert Familien besucht und vor deren Türen die offizielle Einladung zum Fest ausspricht. Unterwegs versuchen die Schaulustigen das Glück bringende Tier zu berühren. Babys werden über die Köpfe der Zuschauer nach vorn gereicht, um ihre Händchen in das weiche Fell zu drücken. Erwartungsvolle Vorfreude auf das bevorstehende Fest liegt über der Stadt. Immer wieder hört man von Flöten, Trommeln und Tröten die eingängige Festmelodie. In der Luft tanzende Rösser Am 23. Juni, in diesem Jahr ein Montag, beginnt die eigentliche Fiesta. Eine Kavalkade von rund zweihundert Reitern, die die Stände von Adel, Klerus, Handwerk und Bauern vertreten, zieht durch die Stadt. Ross und Reiter drehen auf den mit Sand bedeckten Straßen sogenannte "caragols“: schneckenförmige, kunstvolle Figuren. Die zahllosen Schaulustigen versuchen, das Pferd durch Klatschen und Zurufe zum Steigen zu bringen. Hebt das Tier seine Vorderhufe in die Luft, so springen mutige Zuschauer herbei und stützen es, damit es die Bewegung möglichst lange hält. Manchmal sieht es aus, als tanzten die Rösser von vielen Händen getragen in der Luft. Je länger die Tiere sich auf der Hinterhand halten, desto begeisterter reagiert das Publikum. Diesem turbulenten "jaleo“, was nicht anderes als Radau oder Lärm bedeutet, schließt sich eine fromme Reitermesse in der Landkapelle Sant Joan de Missa außerhalb der Stadt an. Während ein Teil der Zuschauer die Pferde zur Kirche begleitet, vergnügt sich der Rest der Festgesellschaft in der Straße der Contramurada mit dem gegenseitigen Bewerfen von Tonnen von tauben Haselnüssen. Zum Höhepunkt kommt die Fiesta, wenn die Reiter spät abends wieder in die Stadt zurückkehren. Bis zum frühen Morgen ziehen sie durch die dicht gedrängten Gassen, lassen ihre Pferde immer wieder steigen oder reiten bis in ausgewählte Häuser hinein. Unterdessen fließen Sangria und "Pomada“, Gin mit Limonade, in Strömen. An Schlaf ist nicht zu denken In ganz Ciutadella ist an Schlaf nicht zu denken. Am folgenden Tag ist das Spektakel noch lange nicht zu Ende. Nach einem feierlichen Hochamt in der Kathedrale beginnen die Reiterspiele auf dem Pla de Sant Joan in der Nähe des Hafenbeckens. Auch hier steht die Menge dicht gedrängt. Die Einheimischen stört die erdrückende Enge keineswegs, sie feiern begeistert die kühnen Reiter, die sich im Ringstechen üben oder sich in gestrecktem Galopp begegnen und so dicht passieren, dass ihnen eine schnelle Umarmung im kurzen Augenblick des Vorbeipreschens gelingt. Die Fiesta endet mit einem grandiosen Feuerwerk über der Stadt. Erst mit dem Sonnenaufgang kommt die Stadt allmählich zur Ruhe. Jetzt heißt es ausschlafen, denn noch ein gutes Dutzend weiterer sommerlicher Patronatsfeste stehen an, bei dem die "tanzenden“ Rappen vielerorts die Hauptrolle spielen. http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs (die Welt, 17-06-2008, originele Artikel)

Sant Joan, Die WeltWenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, "Sant Joan". Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern. Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, "Sant Joan". Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern. Eigentlich ist Menorca eine beschauliche Ferieninsel. Vor allem Familien mit kleinen Kindern machen hier an den seichten Stränden mit glasklarem Wasser Urlaub. Verglichen mit dem fünfmal größeren Mallorca ist Menorca eine Schönheit vom Lande. Abseits der Küste lässt es sich herrlich wandern und radeln. Knallroter Klatschmohn leuchtet vor weiß gekalkten Landgütern, hinter Bruchsteinmauern weiden Kühe oder die schwarzen Menorquiner-Pferde, die bei vielen der sommerlichen Patronatsfeste eine Hauptrolle spielen, so auch bei den "Festes de Sant Joan“ in Ciutadella. Zwei Städte hat die Insel Menorca, je eine am äußersten westlichen und eine am äußersten östlichen Punkt. Jahrhunderte lang rivalisierten die beiden Orte miteinander, hatte doch Mahón, von den Einheimischen Maó genant, 1722 dem altehrwürdigen Ciutadella die Hauptstadtwürde abgerungen. Manches kommt einem in Ciutadella "spanischer“ vor als in Mahón mit seinem britischen Flair. Einmal im Jahr erwacht Ciutadelle aus seiner würdevollen Trägheit Rund um die mächtige Kathedrale bummelt man durch enge Gassen unter schattigen Arkaden, passiert noble Adelspaläste, und die prächtige Fischhalle aus dem 18. Jahrhundert. Einmal im Jahr jedoch, wenn der Sommer beginnt, erwacht Ciutadella aus seiner würdevollen Trägheit. Schon am Wochenende vor dem Namenstag des Heiligen beginnt die Fiesta, die nach einer genau festgelegten Choreographie gefeiert wird. Die wichtigsten Protagonisten der Feierlichkeiten sind die Vertreter verschiedener Stände, die in traditionelle Kostüme gekleidet sind. In der Nacht zum Sonntag vor dem 24. Juni wird ein einjähriger Schafsbock sauber shampooniert, gekämmt, geschmückt und die ganze Nacht von auserwählten Betreuern bewacht. Punkt neun Uhr am Sonntagmorgen, wenn die Altstadt bereits vor Menschen überquillt, erfolgt der "primer toc“, der erste Ton eines Flötenspielers. Den Rest der von einer Trommel begleiteten schlichten Melodie ist kaum noch zu vernehmen, da die Menge der Zuhörer in laute Begeisterungsschreie ausbricht. Die Honoratioren sammeln sich hinter dem Schaf, das als Symbol Johannes des Täufers gilt. Das Tier wird nun von einem selbst in Felle gekleideten, eigens dazu ausgewählten Träger auf die Schulter genommen, der mit seiner frommen Fracht rund einhundert Familien besucht und vor deren Türen die offizielle Einladung zum Fest ausspricht. Unterwegs versuchen die Schaulustigen das Glück bringende Tier zu berühren. Babys werden über die Köpfe der Zuschauer nach vorn gereicht, um ihre Händchen in das weiche Fell zu drücken. Erwartungsvolle Vorfreude auf das bevorstehende Fest liegt über der Stadt. Immer wieder hört man von Flöten, Trommeln und Tröten die eingängige Festmelodie. In der Luft tanzende Rösser Am 23. Juni, in diesem Jahr ein Montag, beginnt die eigentliche Fiesta. Eine Kavalkade von rund zweihundert Reitern, die die Stände von Adel, Klerus, Handwerk und Bauern vertreten, zieht durch die Stadt. Ross und Reiter drehen auf den mit Sand bedeckten Straßen sogenannte "caragols“: schneckenförmige, kunstvolle Figuren. Die zahllosen Schaulustigen versuchen, das Pferd durch Klatschen und Zurufe zum Steigen zu bringen. Hebt das Tier seine Vorderhufe in die Luft, so springen mutige Zuschauer herbei und stützen es, damit es die Bewegung möglichst lange hält. Manchmal sieht es aus, als tanzten die Rösser von vielen Händen getragen in der Luft. Je länger die Tiere sich auf der Hinterhand halten, desto begeisterter reagiert das Publikum. Diesem turbulenten "jaleo“, was nicht anderes als Radau oder Lärm bedeutet, schließt sich eine fromme Reitermesse in der Landkapelle Sant Joan de Missa außerhalb der Stadt an. Während ein Teil der Zuschauer die Pferde zur Kirche begleitet, vergnügt sich der Rest der Festgesellschaft in der Straße der Contramurada mit dem gegenseitigen Bewerfen von Tonnen von tauben Haselnüssen. Zum Höhepunkt kommt die Fiesta, wenn die Reiter spät abends wieder in die Stadt zurückkehren. Bis zum frühen Morgen ziehen sie durch die dicht gedrängten Gassen, lassen ihre Pferde immer wieder steigen oder reiten bis in ausgewählte Häuser hinein. Unterdessen fließen Sangria und "Pomada“, Gin mit Limonade, in Strömen. An Schlaf ist nicht zu denken In ganz Ciutadella ist an Schlaf nicht zu denken. Am folgenden Tag ist das Spektakel noch lange nicht zu Ende. Nach einem feierlichen Hochamt in der Kathedrale beginnen die Reiterspiele auf dem Pla de Sant Joan in der Nähe des Hafenbeckens. Auch hier steht die Menge dicht gedrängt. Die Einheimischen stört die erdrückende Enge keineswegs, sie feiern begeistert die kühnen Reiter, die sich im Ringstechen üben oder sich in gestrecktem Galopp begegnen und so dicht passieren, dass ihnen eine schnelle Umarmung im kurzen Augenblick des Vorbeipreschens gelingt. Die Fiesta endet mit einem grandiosen Feuerwerk über der Stadt. Erst mit dem Sonnenaufgang kommt die Stadt allmählich zur Ruhe. Jetzt heißt es ausschlafen, denn noch ein gutes Dutzend weiterer sommerlicher Patronatsfeste stehen an, bei dem die "tanzenden“ Rappen vielerorts die Hauptrolle spielen.http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs(die Welt, 17-06-2008, originele Artikel)Sant Joan, Die WeltWenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, "Sant Joan". Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern. Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, "Sant Joan". Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern. Eigentlich ist Menorca eine beschauliche Ferieninsel. Vor allem Familien mit kleinen Kindern machen hier an den seichten Stränden mit glasklarem Wasser Urlaub. Verglichen mit dem fünfmal größeren Mallorca ist Menorca eine Schönheit vom Lande. Abseits der Küste lässt es sich herrlich wandern und radeln. Knallroter Klatschmohn leuchtet vor weiß gekalkten Landgütern, hinter Bruchsteinmauern weiden Kühe oder die schwarzen Menorquiner-Pferde, die bei vielen der sommerlichen Patronatsfeste eine Hauptrolle spielen, so auch bei den "Festes de Sant Joan“ in Ciutadella. Zwei Städte hat die Insel Menorca, je eine am äußersten westlichen und eine am äußersten östlichen Punkt. Jahrhunderte lang rivalisierten die beiden Orte miteinander, hatte doch Mahón, von den Einheimischen Maó genant, 1722 dem altehrwürdigen Ciutadella die Hauptstadtwürde abgerungen. Manches kommt einem in Ciutadella "spanischer“ vor als in Mahón mit seinem britischen Flair. Einmal im Jahr erwacht Ciutadelle aus seiner würdevollen Trägheit Rund um die mächtige Kathedrale bummelt man durch enge Gassen unter schattigen Arkaden, passiert noble Adelspaläste, und die prächtige Fischhalle aus dem 18. Jahrhundert. Einmal im Jahr jedoch, wenn der Sommer beginnt, erwacht Ciutadella aus seiner würdevollen Trägheit. Schon am Wochenende vor dem Namenstag des Heiligen beginnt die Fiesta, die nach einer genau festgelegten Choreographie gefeiert wird. Die wichtigsten Protagonisten der Feierlichkeiten sind die Vertreter verschiedener Stände, die in traditionelle Kostüme gekleidet sind. In der Nacht zum Sonntag vor dem 24. Juni wird ein einjähriger Schafsbock sauber shampooniert, gekämmt, geschmückt und die ganze Nacht von auserwählten Betreuern bewacht. Punkt neun Uhr am Sonntagmorgen, wenn die Altstadt bereits vor Menschen überquillt, erfolgt der "primer toc“, der erste Ton eines Flötenspielers. Den Rest der von einer Trommel begleiteten schlichten Melodie ist kaum noch zu vernehmen, da die Menge der Zuhörer in laute Begeisterungsschreie ausbricht. Die Honoratioren sammeln sich hinter dem Schaf, das als Symbol Johannes des Täufers gilt. Das Tier wird nun von einem selbst in Felle gekleideten, eigens dazu ausgewählten Träger auf die Schulter genommen, der mit seiner frommen Fracht rund einhundert Familien besucht und vor deren Türen die offizielle Einladung zum Fest ausspricht. Unterwegs versuchen die Schaulustigen das Glück bringende Tier zu berühren. Babys werden über die Köpfe der Zuschauer nach vorn gereicht, um ihre Händchen in das weiche Fell zu drücken. Erwartungsvolle Vorfreude auf das bevorstehende Fest liegt über der Stadt. Immer wieder hört man von Flöten, Trommeln und Tröten die eingängige Festmelodie. In der Luft tanzende Rösser Am 23. Juni, in diesem Jahr ein Montag, beginnt die eigentliche Fiesta. Eine Kavalkade von rund zweihundert Reitern, die die Stände von Adel, Klerus, Handwerk und Bauern vertreten, zieht durch die Stadt. Ross und Reiter drehen auf den mit Sand bedeckten Straßen sogenannte "caragols“: schneckenförmige, kunstvolle Figuren. Die zahllosen Schaulustigen versuchen, das Pferd durch Klatschen und Zurufe zum Steigen zu bringen. Hebt das Tier seine Vorderhufe in die Luft, so springen mutige Zuschauer herbei und stützen es, damit es die Bewegung möglichst lange hält. Manchmal sieht es aus, als tanzten die Rösser von vielen Händen getragen in der Luft. Je länger die Tiere sich auf der Hinterhand halten, desto begeisterter reagiert das Publikum. Diesem turbulenten "jaleo“, was nicht anderes als Radau oder Lärm bedeutet, schließt sich eine fromme Reitermesse in der Landkapelle Sant Joan de Missa außerhalb der Stadt an. Während ein Teil der Zuschauer die Pferde zur Kirche begleitet, vergnügt sich der Rest der Festgesellschaft in der Straße der Contramurada mit dem gegenseitigen Bewerfen von Tonnen von tauben Haselnüssen. Zum Höhepunkt kommt die Fiesta, wenn die Reiter spät abends wieder in die Stadt zurückkehren. Bis zum frühen Morgen ziehen sie durch die dicht gedrängten Gassen, lassen ihre Pferde immer wieder steigen oder reiten bis in ausgewählte Häuser hinein. Unterdessen fließen Sangria und "Pomada“, Gin mit Limonade, in Strömen. An Schlaf ist nicht zu denken In ganz Ciutadella ist an Schlaf nicht zu denken. Am folgenden Tag ist das Spektakel noch lange nicht zu Ende. Nach einem feierlichen Hochamt in der Kathedrale beginnen die Reiterspiele auf dem Pla de Sant Joan in der Nähe des Hafenbeckens. Auch hier steht die Menge dicht gedrängt. Die Einheimischen stört die erdrückende Enge keineswegs, sie feiern begeistert die kühnen Reiter, die sich im Ringstechen üben oder sich in gestrecktem Galopp begegnen und so dicht passieren, dass ihnen eine schnelle Umarmung im kurzen Augenblick des Vorbeipreschens gelingt. Die Fiesta endet mit einem grandiosen Feuerwerk über der Stadt. Erst mit dem Sonnenaufgang kommt die Stadt allmählich zur Ruhe. Jetzt heißt es ausschlafen, denn noch ein gutes Dutzend weiterer sommerlicher Patronatsfeste stehen an, bei dem die "tanzenden“ Rappen vielerorts die Hauptrolle spielen. http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs (die Welt, 17-06-2008, originele Artikel) Sant Joan, Die WeltWenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, "Sant Joan". Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern. Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, "Sant Joan". Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern. Eigentlich ist Menorca eine beschauliche Ferieninsel. Vor allem Familien mit kleinen Kindern machen hier an den seichten Stränden mit glasklarem Wasser Urlaub. Verglichen mit dem fünfmal größeren Mallorca ist Menorca eine Schönheit vom Lande. Abseits der Küste lässt es sich herrlich wandern und radeln. Knallroter Klatschmohn leuchtet vor weiß gekalkten Landgütern, hinter Bruchsteinmauern weiden Kühe oder die schwarzen Menorquiner-Pferde, die bei vielen der sommerlichen Patronatsfeste eine Hauptrolle spielen, so auch bei den "Festes de Sant Joan“ in Ciutadella. Zwei Städte hat die Insel Menorca, je eine am äußersten westlichen und eine am äußersten östlichen Punkt. Jahrhunderte lang rivalisierten die beiden Orte miteinander, hatte doch Mahón, von den Einheimischen Maó genant, 1722 dem altehrwürdigen Ciutadella die Hauptstadtwürde abgerungen. Manches kommt einem in Ciutadella "spanischer“ vor als in Mahón mit seinem britischen Flair. Einmal im Jahr erwacht Ciutadelle aus seiner würdevollen Trägheit Rund um die mächtige Kathedrale bummelt man durch enge Gassen unter schattigen Arkaden, passiert noble Adelspaläste, und die prächtige Fischhalle aus dem 18. Jahrhundert. Einmal im Jahr jedoch, wenn der Sommer beginnt, erwacht Ciutadella aus seiner würdevollen Trägheit. Schon am Wochenende vor dem Namenstag des Heiligen beginnt die Fiesta, die nach einer genau festgelegten Choreographie gefeiert wird. Die wichtigsten Protagonisten der Feierlichkeiten sind die Vertreter verschiedener Stände, die in traditionelle Kostüme gekleidet sind. In der Nacht zum Sonntag vor dem 24. Juni wird ein einjähriger Schafsbock sauber shampooniert, gekämmt, geschmückt und die ganze Nacht von auserwählten Betreuern bewacht. Punkt neun Uhr am Sonntagmorgen, wenn die Altstadt bereits vor Menschen überquillt, erfolgt der "primer toc“, der erste Ton eines Flötenspielers. Den Rest der von einer Trommel begleiteten schlichten Melodie ist kaum noch zu vernehmen, da die Menge der Zuhörer in laute Begeisterungsschreie ausbricht. Die Honoratioren sammeln sich hinter dem Schaf, das als Symbol Johannes des Täufers gilt. Das Tier wird nun von einem selbst in Felle gekleideten, eigens dazu ausgewählten Träger auf die Schulter genommen, der mit seiner frommen Fracht rund einhundert Familien besucht und vor deren Türen die offizielle Einladung zum Fest ausspricht. Unterwegs versuchen die Schaulustigen das Glück bringende Tier zu berühren. Babys werden über die Köpfe der Zuschauer nach vorn gereicht, um ihre Händchen in das weiche Fell zu drücken. Erwartungsvolle Vorfreude auf das bevorstehende Fest liegt über der Stadt. Immer wieder hört man von Flöten, Trommeln und Tröten die eingängige Festmelodie. In der Luft tanzende Rösser Am 23. Juni, in diesem Jahr ein Montag, beginnt die eigentliche Fiesta. Eine Kavalkade von rund zweihundert Reitern, die die Stände von Adel, Klerus, Handwerk und Bauern vertreten, zieht durch die Stadt. Ross und Reiter drehen auf den mit Sand bedeckten Straßen sogenannte "caragols“: schneckenförmige, kunstvolle Figuren. Die zahllosen Schaulustigen versuchen, das Pferd durch Klatschen und Zurufe zum Steigen zu bringen. Hebt das Tier seine Vorderhufe in die Luft, so springen mutige Zuschauer herbei und stützen es, damit es die Bewegung möglichst lange hält. Manchmal sieht es aus, als tanzten die Rösser von vielen Händen getragen in der Luft. Je länger die Tiere sich auf der Hinterhand halten, desto begeisterter reagiert das Publikum. Diesem turbulenten "jaleo“, was nicht anderes als Radau oder Lärm bedeutet, schließt sich eine fromme Reitermesse in der Landkapelle Sant Joan de Missa außerhalb der Stadt an. Während ein Teil der Zuschauer die Pferde zur Kirche begleitet, vergnügt sich der Rest der Festgesellschaft in der Straße der Contramurada mit dem gegenseitigen Bewerfen von Tonnen von tauben Haselnüssen. Zum Höhepunkt kommt die Fiesta, wenn die Reiter spät abends wieder in die Stadt zurückkehren. Bis zum frühen Morgen ziehen sie durch die dicht gedrängten Gassen, lassen ihre Pferde immer wieder steigen oder reiten bis in ausgewählte Häuser hinein. Unterdessen fließen Sangria und "Pomada“, Gin mit Limonade, in Strömen. An Schlaf ist nicht zu denken In ganz Ciutadella ist an Schlaf nicht zu denken. Am folgenden Tag ist das Spektakel noch lange nicht zu Ende. Nach einem feierlichen Hochamt in der Kathedrale beginnen die Reiterspiele auf dem Pla de Sant Joan in der Nähe des Hafenbeckens. Auch hier steht die Menge dicht gedrängt. Die Einheimischen stört die erdrückende Enge keineswegs, sie feiern begeistert die kühnen Reiter, die sich im Ringstechen üben oder sich in gestrecktem Galopp begegnen und so dicht passieren, dass ihnen eine schnelle Umarmung im kurzen Augenblick des Vorbeipreschens gelingt. Die Fiesta endet mit einem grandiosen Feuerwerk über der Stadt. Erst mit dem Sonnenaufgang kommt die Stadt allmählich zur Ruhe. Jetzt heißt es ausschlafen, denn noch ein gutes Dutzend weiterer sommerlicher Patronatsfeste stehen an, bei dem die "tanzenden“ Rappen vielerorts die Hauptrolle spielen. http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs (die Welt, 17-06-2008, originele Artikel)